{"id":17,"date":"2015-04-24T17:09:48","date_gmt":"2015-04-24T16:09:48","guid":{"rendered":"https:\/\/pevnost-radikov.cz\/?page_id=17"},"modified":"2018-08-17T05:50:06","modified_gmt":"2018-08-17T04:50:06","slug":"historie","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/pevnost-radikov.cz\/de\/historie\/","title":{"rendered":"Geschichte"},"content":{"rendered":"<p>In der zweiten H\u00e4lfte des neunzehnten Jahrhunderts wurde eine m\u00e4chtige Befestigung der Stadt Olm\u00fctz geplant und schrittweise verwirklicht. Einer der Komplexe dieser Befestigung war auch die Feste Svat\u00fd Kope\u010dek (Heiligenberg), zu der vier Basis-Forts geh\u00f6ren sollten: Nr. I. Tove\u0159 (in der N\u00e4he der Kote 418), Nr. II. Rad\u00edkov (Kote 444 Zdim\u011b\u0159), Nr. III. Lo\u0161ov (in der N\u00e4he der Kote 375), Nr. IV. Dro\u017ed\u00edn (in der N\u00e4he der Kote 335) und zwei als A und B bezeichnete Artillerie-Batterien. Als Einziges wurde das Fort Rad\u00edkov in den Jahren 1871 bis 1876 errichtet. Die Entw\u00fcrfe der \u00fcbrigen Forts wurden zu einfacheren Bauten umgeplant, die erst schnell im Falle eines drohenden Krieges errichtet werden sollten. Das Bauwerk wurde nach dem Entwurf des Projektanten Kapit\u00e4n Karl Ritter von Peche realisiert, der in der 8. Abteilung des Reichskriegsministeriums in Wien besch\u00e4ftigt war. Der unregelm\u00e4\u00dfige sechseckige Grundriss, der an eine L\u00fcnette mit stumpfer Stirnseite und bastionsf\u00f6rmiger Kehle erinnert, kann im Prinzip in zwei Teile aufgeteilt werden  \u2013 in den Kampfraum auf dem au\u00dfenliegenden Erdwall und in den r\u00fcckw\u00e4rtigen Teil, der zwei hintereinander befindliche rechteckige Kasemattentrakte im Ausma\u00df von 8\u00d760 und 8\u00d780 m umfasst, die als Kehlkaserne f\u00fcr die geplante Besatzung des Forts Rad\u00edkov mit 11 Offizieren und 800 Mann dienten (in den historischen Dokumenten wird f\u00fcr den inneren Kasemattentrakt die Bezeichnung  \u201eParados\u201c verwendet, der \u00e4u\u00dfere Trakt tr\u00e4gt hingegen die Bezeichnung \u201eKehlgeb\u00e4ude\u201c. Beide Objekte waren einst\u00f6ckige Bauwerke mit Flachdach, die aus Bruchstein und Ziegeln im Fortifikationsformat errichtet wurden. Deren Innenr\u00e4ume wurden zum Schutz gegen feindlichen Beschuss mit einem widerstandsf\u00e4higen Tonnengew\u00f6lbe aus Ziegeln versehen, das mit einer 30 cm starken Schicht aus unbewehrtem Beton bedeckt wurde (diese Angabe stammt aus der erhaltenen Baudokumentation, die Wirklichkeit ist meist bescheidener) und mit einer starken Erdschicht aufgesch\u00fcttet.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/pevnost-radikov.cz\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/m0515694.jpg\" data-rel=\"iLightbox[gallery-1]\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-19 size-medium\" src=\"https:\/\/pevnost-radikov.cz\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/m0515694-300x225.jpg\" alt=\"m0515694\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/pevnost-radikov.cz\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/m0515694-200x150.jpg 200w, https:\/\/pevnost-radikov.cz\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/m0515694-300x225.jpg 300w, https:\/\/pevnost-radikov.cz\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/m0515694-400x300.jpg 400w, https:\/\/pevnost-radikov.cz\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/m0515694-600x450.jpg 600w, https:\/\/pevnost-radikov.cz\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/m0515694.jpg 640w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die haupts\u00e4chliche Ausr\u00fcstung des Forts sollte in offenen Feuerstellungen auf dem \u00e4u\u00dferen Erdwall platziert werden, die von der Stirnseite her durch eine vorgelagerte Erdtraverse gesch\u00fctzt und durch Hohltraversen voneinander getrennt waren, zu denen vom Wallrundweg her Anfahrtsrampen zum Transport der Gesch\u00fctze hinauff\u00fchrten. In die Traversen waren zweist\u00f6ckige Kasemattenr\u00e4ume eingelassen, die als Bereitschaftsmagazin f\u00fcr Munition dienten, die aus diesen durch Aufzugssch\u00e4chte in die Hohltraversen auf dem Wall transportiert wurde. Insgesamt konnten in den Barbetten (Gesch\u00fctzb\u00e4nken) seitlich und an der Stirnseite des Forts bis zu 26 Gesch\u00fctze aufgestellt werden, obgleich die volle Besetzung aller B\u00e4nke meist nicht in Betracht gezogen wurde. Den Raum vor der Kehle des Forts nahm ein gro\u00dfer Sammelplatz ein und dessen Schutz sicherte die Ausr\u00fcstung, die an der Oberfl\u00e4che der bastionsf\u00f6rmig geknickten Kehlseite platziert war. Zur Verteidigung der Fortkehle waren an den Kehlfl\u00fcgeln sechs Stellungen f\u00fcr Feldgesch\u00fctze vorgesehen, wobei der Raum der Sammelstelle, der sich unmittelbar vor dem Eingang zum Fort befand, durch die Artillerie aus weiteren vier Stellungen gesch\u00fctzt werden sollte, von denen sich jeweils zwei an beiden Innenseiten der bastionsf\u00f6rmig geknickten Kehlseite befanden. Aufgrund seiner erh\u00f6hten Lage war das Fort Rad\u00edkov von einem aus Felsen gebrochenen Trockengraben umgeben, dessen Tiefe vom Kamm des \u00e4u\u00dferen Erdwalls bis zu dessen Sohle 15 \u2013 20 Meter betrug. Sowohl die Escarpe als auch die Contreescarpe wurden mit Bruchstein armiert, an den Ecken mit bearbeiteten Steinquadern. Nur an den Stellen, an denen sich Felsen befanden, wurden die Bauarbeiten auf deren ledigliche Bearbeitung zu senkrechten W\u00e4nden eingeschr\u00e4nkt. Die Verteidigung des Festungsgrabens mit Flankierungsbeschuss wurde sichergestellt durch zwei innere Kaponniere linkerseits und an der Stirnseite des Forts und eine an der rechten Seite, die aus der Escarpemauer in den Graben vorragten und mit dem Inneren des Forts jeweils eigenst\u00e4ndig \u00fcber eine Poterne, die durch den \u00e4u\u00dferen Haupterdwall f\u00fchrte, verbunden waren. Zwei Poternen f\u00fchrten deshalb symmetrisch aus beiden Seiten des Innenhofes des Forts, wohingegen die dritte Poterne aus dem rechten Hof der Stirnseite hervorkam. Um eine verdeckte Verbindung zwischen dem inneren Kasemattenobjekt der Kaserne (Parados) und allen drei Kaponnieren sicherzustellen, verlief um den Innenhof herum eine gesch\u00fctzte Verbindung (Galerie), aus der heraus alle drei Poternen zu den Kaponnieren f\u00fchrten, wobei diese Galerie von der Kehle des Objekts aus \u00fcber drei Durchg\u00e4nge im Parados-Trakt (im Kapitale zu beiden Seiten) zug\u00e4ngig war. Aus ihr heraus erhoben sich auch Rampen zum Wallgang an der Peripherie des Forts. Alle Kaponnieren wurden vorwiegend aus Bruchstein errichtet, lediglich die Leibungen aus sorgf\u00e4ltig bearbeiteten Steinquadern. Ziegel dienten hingegen nur zum Ausmauern der Innenr\u00e4ume, Poternen und verschiedener pr\u00e4ziser Elemente (Schie\u00dfscharten der Infanterie, L\u00fcftungs\u00f6ffnungen). In jede Schussrichtung der Kaponniere befanden sich zwei Schie\u00dfscharten, sodass die Verteidigung des Festungsgrabens insgesamt von zehn Gesch\u00fctzen sichergestellt werden sollte.<\/p>\n<p>Obwohl auf die Errichtung von au\u00dfenliegenden Kaponnieren und tiefen Poternen verzichtet wurde, waren bei der Errichtung dieses Objekts umfangreiche Spreng- und Minenarbeiten im gewachsenen Felsengrund des H\u00fcgels notwendig.  Laut Anweisung des Reichskriegsministeriums wurden alle diese Arbeiten im Jahr 1872 als \u00dcbung der in Olm\u00fctz dislozierten Pioniereinheiten des 1. Pionierregiments erfasst, was diese gleichzeitig billiger und schneller machte, als wenn sie einem privaten Unternehmer in Auftrag gegeben worden w\u00e4ren. Au\u00dferdem diente deren Ausf\u00fchrung der Vertiefung der Pionierausbildung. Zu diesem Zweck wurde in der Olm\u00fctzer Festung eine Pionierabteilung gebildet, bestehend aus einem Offizier, vier Unteroffizieren und 52 Soldaten, die sp\u00e4ter, am 13. Oktober desselben Jahres, auf 109 Truppenpioniere erweitert wurde. Diese arbeiteten, eingeteilt in Gruppen, in zw\u00f6lfst\u00fcndigen Tagesschichten.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/pevnost-radikov.cz\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/m0515679.jpg\" data-rel=\"iLightbox[gallery-1]\"><img decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-18 size-medium\" src=\"https:\/\/pevnost-radikov.cz\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/m0515679-300x225.jpg\" alt=\"m0515679\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/pevnost-radikov.cz\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/m0515679-200x150.jpg 200w, https:\/\/pevnost-radikov.cz\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/m0515679-300x225.jpg 300w, https:\/\/pevnost-radikov.cz\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/m0515679-400x300.jpg 400w, https:\/\/pevnost-radikov.cz\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/m0515679-600x450.jpg 600w, https:\/\/pevnost-radikov.cz\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/m0515679.jpg 640w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Der Bergr\u00fccken von Rad\u00edkov, auf dem das Fort errichtet wurde, besteht aus hartem grauen Gestein, reich an Feldspat und Chlorid, durchzogen mit Schichten aus Tonerde. Die deckende Erdschicht und das Verwitterungsgestein wurden von zivilen Arbeitern langsam abgetragen. Unter ihnen waren auch Italiener, die hier Familien gr\u00fcndeten. Bis heute gibt es in Rad\u00edkov und Umgebung italienische Familiennamen \u2013 Krososka und Rella.<\/p>\n<p>Der feste Felsengrund musste durch Sprengung beseitigt werden. Dies geschah durch das Anbohren und schrittweise Absprengen der einzelnen Gesteinsschichten, wobei die Zwischenschichten aus Ton von Hand gelockert und mit Wasser ausgewaschen wurden. Ein gro\u00dfes Problem war die Errichtung des Hauptgrabens, wo das Vertiefen parallel zu den Gesteinsschichten verlief, sodass es nicht m\u00f6glich war, sie auf oben genannte Weise abzutragen. Also war ein starkes Abb\u00f6schen notwendig, ggf. ein senkrechtes Durchtrennen der Schichten und deren Versteifung mit zweizolldicken Bohlen und zehnzollstarken Balken, solange nicht deren steinerne Armierung vollst\u00e4ndig ausgemauert war. Die Minenarbeiten am Fort Rad\u00edkov bezweckten die Errichtung von dreierlei Arten unterirdischer R\u00e4ume \u2013 einer nicht armierten Galerie etwa einen Meter breit und 180 cm hoch, als auch nicht armierter oder mit Steinmauern befestigter R\u00e4ume in der Breite von fast 4,5 Metern und 320 cm H\u00f6he. Die armierten R\u00e4ume unterteilten sich noch in solche, die nur dem Druck auf die Decke standhalten sollten und solche, die auch einem Druck auf die Seiten standhalten mussten. Die kleinste nicht armierte unterirdische Galerie wurde in der L\u00e4nge von 27 Metern lediglich auf der rechten Seite des Forts ausgebrochen, um die Aufgabe eines Entw\u00e4sserungsstollens zu erf\u00fcllen. Au\u00dferdem wurde dieses kleinste Profil ebenfalls als Richtstollen bei der Erstellung von Galerien und R\u00e4umen in gr\u00f6\u00dferen Ausma\u00dfen verwendet. Zwei Galerien mit einem gro\u00dfen Profil und einer L\u00e4nge von mehr als 15 Metern verbanden das Innere mit den seitlichen Kaponnieren und fungierten gleichzeitig auch als Entw\u00e4sserungsstollen. Eine weitere Poterne f\u00fchrte ebenfalls durch die Kapitale des Objekts zur Kaponniere an der rechten Seite seiner Stirnseite und weitere Galerien f\u00fchrten durch das Fort quer auf der rechten und linken Seite. Die Gesamtl\u00e4nge der Galerien mit diesem Profil erreichte im Fort Rad\u00edkov 133 Meter.<\/p>\n<p>Die Minenarbeiten erfolgten unter Verwendung von Sprengstoff. An der Spitze wurden mit Gussstahlbohrern, die von einem, zwei oder drei M\u00e4nnern bedient wurden, \u00d6ffnungen f\u00fcr Dynamitpatronen gebohrt, ggf. wurden die \u00d6ffnungen von Hand ausgestemmt. In manchen F\u00e4llen verwendete man au\u00dfer Dynamit auch Schie\u00dfpulver. Dynamit war best\u00e4ndiger gegen Feuchtigkeit, aber das Pulver war im Vergleich zu Dynamit wesentlich billiger. Ein Cent Dynamit kostete 133 Gulden, wohingegen ein Cent Schie\u00dfpulver nur 33 Gulden kostete. Zum Z\u00fcnden der Ladung wurde f\u00fcr gew\u00f6hnlich die Bickford-Z\u00fcndschnur verwendet, und zwar sowohl in der einfachen Ausf\u00fchrung als auch mit einer Ummantelung aus Kautschuk. W\u00e4hrend einer zw\u00f6lfst\u00fcndigen Schicht erzielte man bei einer Galerie mit gro\u00dfem Profil einen Vorsto\u00df von durchschnittlich 32 Zentimetern, sofern ein kleiner Richtstollen vorgebohrt war, beim Vertiefen in ein volles Profil stie\u00df man um weniger als 25 Zentimeter vor.<\/p>\n<p>Bis zum Jahr 1876 gelang es, das Fort Rad\u00edkov zum gr\u00f6\u00dften Teil wirklich aufzubauen, aber keineswegs ganz zu vollenden. Die Bauarbeiten am Fort wurden definitiv durch die Verschiebung in den Beziehungen zu Deutschland eingestellt, gegen welches das Fort eigentlich vorgesehen war. Es sind jedoch noch aus dem Jahr 1881 Baudokumente eines Wohnhauses f\u00fcr 80 Soldaten erhalten, das damals auf dem Sammelplatz vor der Kehle des Forts errichtet wurde.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der zweiten H\u00e4lfte des neunzehnten Jahrhunderts wurde eine m\u00e4chtige Befestigung der Stadt Olm\u00fctz geplant und schrittweise verwirklicht. Einer der Komplexe dieser Befestigung war auch die Feste Svat\u00fd Kope\u010dek (Heiligenberg), zu der vier Basis-Forts geh\u00f6ren sollten: Nr. I. Tove\u0159 (in der N\u00e4he der Kote 418), Nr. II. Rad\u00edkov (Kote 444 Zdim\u011b\u0159), Nr. III. 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